Berlin – So schnell war ein Finale selten entschieden: Mit einem beeindruckenden 7:0-Schützenfest gegen die Kölner Haie sichern sich die Eisbären Berlin vor ausverkauftem Haus in der Uber Arena ihren elften Meistertitel in der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Die Berliner lassen im fünften Finalspiel keine Zweifel aufkommen – und schreiben damit Geschichte.
Bereits nach elf Minuten führen die Eisbären mit 4:0 – die Haie wirken überfordert, ideenlos, schlichtweg chancenlos. Kölns Torwart Július Hudáček verlässt nach dem zweiten Gegentor frustriert das Eis. Berlin spielt wie entfesselt, dominiert über alle drei Drittel hinweg und belohnt sich am Ende mit dem vielleicht eindrucksvollsten Meisterstück der Vereinsgeschichte.
Die Torschützenliste ist lang und prominent besetzt: Zach Boychuk trifft doppelt, Gabriel Fontaine, Ty Ronning, Marcel Noebels, Yannick Veilleux und Frederik Tiffels steuern jeweils ein Tor bei. Die letzten drei Partien der Serie gewannen die Berliner sogar ohne Gegentor – ein Novum in der DEL-Historie. Insgesamt lautet das Torverhältnis der Finalserie 27:3. Eine Machtdemonstration.
Doch neben der sportlichen Dominanz berührt vor allem ein emotionaler Moment die Fans und Spieler: Vor den Augen von Andreas Eder, dem Bruder des im Januar an Krebs verstorbenen Eisbären-Stürmers Tobias Eder, feiern die Eisbären ihren Triumph. Auch die Eltern des Verstorbenen und seine Verlobte Ina sind in der Arena. Mit der Schlusssirene entrollen die Fans ein riesiges Banner in Gedenken an Tobias Eder, während die Ränge seinen Namen singen: „Tobi Eder, Tobi Eder!“
Ein besonderer Gänsehautmoment für Andreas Eder, der zur kommenden Saison von Red Bull München nach Berlin wechselt.
Trainer Serge Aubin, der mit diesem Titel seine bislang erfolgreichste DEL-Play-off-Serie erlebt, zeigt sich sichtlich gerührt: „Was diese Mannschaft geleistet hat, ist außergewöhnlich. Und es war mehr als nur ein Titel – es war auch für Tobi.“
Die Eisbären Berlin bleiben damit das Maß aller Dinge im deutschen Eishockey. Mit der erfolgreichen Titelverteidigung und dem elften Meistertitel baut der Rekordmeister seinen Legendenstatus weiter aus. Die Konfettikanonen am Ostbahnhof zünden zurecht – Berlin feiert seine Eisbären.